1995, nach Abzug der sowjetischen Armee aus Heilstätten, dreht Detlev Buck Männerpension, eine Komödie, in der zwei Häftlinge zur Resozialisierung für eine Woche Hafturlaub unter Aufsicht von Frauen erhalten. Das progressive Experiment verläuft anders als geplant. (Hauptdarsteller: Til Schweiger, Detlev Buck, Marie Bäumer, Heike Makatsch)
1999 entsteht unter TV-Regisseur Thorsten Näter Racheengel - Die Stimme aus dem Dunkeln.
Eine Serie mysteriöser Ritualmorde führt in die geschlossene Abteilung einer psychiatrischen Anstalt. Dessen seltsamer Leiter wird von Götz George gespielt. In weiteren Hauptrollen des Thrillers: Carin C. Tietze, Tim Bergmann, Dieter Pfaff
(Szenenfoto: Gang im Männersanatorium).
2001 wird Beelitz-Heilstätten auch zu einem der Drehorte von Roman Polanski‘s Der Pianist. Die Verfilmung des Schicksals des polnischen Pianisten und Komponisten Wladyslaw Szpilman zwischen 1939 und 1945 beginnt mit der Bombardierung des Rundfunks in Warschau während eines Chopin Konzerts und endet mit Hilfe eines deutschen Offiziers. (Hauptdarsteller: Andrien Brody, Thomas Kretschmann, Frank Finley, Maureen Lipman, Emilia Fox).
2002 wird der Ballettfilm Clown Gottes, ein Projekt über den legendären russischen Tänzer Waslaw Nijinsky (1888-1950), produziert. Grundlage ist das gleichnamige Bühnenstück von Dietmar Seyffert. Sein Sohn, Kammertänzer Gregor Seyffert, verkörpert den "Tanzgott Europas" (Regie: Frank Schleinstein, Kamera: Thomas Zahn, Musik: Jeromé Soudan).
2003/2004 realisiert Jo Baier den Film Stauffenberg, über das gescheiterte Attentat von Oberst Claus Schenk von Stauffenberg und seinen Mitverschwörern auf Adolf Hitler.
Sebastian Koch, Ulrich Tukur, Nina Kunzendorf u.a. in den Hauptrollen. Der Fernsehfilm erhielt den deutschen Fernsehpreis 2004. Einige Szenen wurden im ehemaligen Männersanatorium der Beelitzer Heilstätten gedreht.




26. und 27. Juni 1999: mehr als 3.000 Besucher zum Festival “Theater der Welt”
Christian Boltanski, Ilja Kabakov und Jean Kalman inszenieren gemeinsam “Der Ring - Fünfter Tag. Der Tag danach”. Mit ihren Installationen zum fünften Tag von Wagners Bühnenfestspiel konzentrieren sich die Künstler auf das Nachspüren dessen, was gewesen ist, was gewesen sein kann oder gar bleiben wird. So, wie die noch brennende Lichterkette im Sonnenschein verblaßt, so treiben vereinzelte Motive aus dem Ring über mittlerweile verlassene Bühnen. Zerlesene Bücher und verschossene Kleider künden von einer Zeit, als es hier noch Menschen gegeben haben muss.
“Der ‚Tag danach‘ wurde zu einer Begegnung zwischen den Zeiten, zu einem Ort, der vieles ansprach, aber nur wenig benannte.” Pressetext Theater der Welt ‘99






12. Oktober 2002: 800 Besucher zur Jubiläums-Ausstellung und Konzert
Die 100-Jahrfeier
“past-present-future” zeigt Werke von Olga Maslo, Arno Schmetjen, Peter Kees, Ward Shelley und das Medienkunstprojekt zauberberg.org. Die laut Art -Kunstmagazin kürzeste Ausstellung des Jahres 2002 in Deutschland wird eingerahmt durch die
Soundinstallation HÖST und das Konzert der Band MIDNIGHT CHOIR.
“Das Jubiläum ist Anlass wachzurütteln und den lethargischen Schwebezustand in den
Beelitzer Heilstätten mit neuen Ideen zu überwinden.” Bürgermeister Thomas Wardin




2. bis 10. Juni 2001: über 800 Besucher an fünf Veranstaltungstagen
In der ausgeräumten
Kesselhalle des Heizhauses gestaltet Michael Timpson mit 40 in Decken gehüllten Akteuren, mit vier am Hallendach hängenden Sopranistinnen, einer Milchkuh und einem Haufen Kartoffeln die Performance “IT HAPPENED ONE NIGHT”.
“Timpson, der Messdiener des Zerfalls, hat mit feinem Gespür visuelle und optische Ideen in die Atmosphäre des Verfalls eingearbeitet.” Märkische
Allgemeine Zeitung







Im Rahmen der “Spielzeiteuropa” - Theater und Tanz im Haus der Berliner Festspiele wird vom 21. bis 27.
Oktober 2006 im Männersanatorium der Heilstätten das theatralisch-musikalische Projekt von Christoph Marthaler “Schutz vor der Zukunft” aufgeführt.
Das Stück bezieht sich auf die nach 1940 auf dem Areal der Wiener Anstalt Am
Spiegelgrund an tausenden von geistig und körperlich behinderten Kindern begangenen Verbrechen der nationalsozialistischen Euthanasie- und Rassehygieneprogramme.
“Das Unheimliche des
NS-Systems war ja nicht nur sein Rassenwahn. Es war auch seine skrupellos technokratische Modernität. Rationalisierung auf Kosten von Menschen, das heißt auch heute in Unternehmen wieder: Selektion. Diese Botschaft ist Marthalers
Menetekel. Das Andere wird ein großes Requiem. Ein Wunschkonzert zum letzten Ausflug.”
Peter von Becker, Tagesspiegel


Februar 2010
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